Das Schloss liegt mitten im etwa eintausend Hektar großen Waldgebiet der Granitz, welches seit 1991 zum Biosphärenreservat Südost-Rügen gehört. Es gehört zur Gemeinde Binz.

 

Die Bezeichnung Tempelberg für den höchsten Berg in der Granitz stammt aus dem 18. Jahrhundert, als an der Stelle des heutigen Schlosses noch ein kleines sechseckiges Belvedere stand.

 

Die Granitz gehörte seit 1472 den Herren zu Putbus. Graf Moritz Ulrich I. ließ 1726 einen Aussichtsturm und das Jagdhaus „Solitüde“ erbauen. Um 1800 wurde der Turm abgerissen, das Jagdhaus modernisiert.

1807 wurde Wilhelm Malte zu Putbus in den schwedischen Fürstenstand erhoben, zu repräsentativen Zwecken plante er das neue Jagdschloss auf der höchsten Erhebung Ostrügens, dem 107 m ü. NN hohen Tempelberg. In den Jahren 1838 bis 1846 wurde es im Auftrag des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus errichtet. Da der Fürst sehr sparsam mit seinen Mitteln umging, wendete er nur 6000 Taler jährlich für den Bau auf, damit zog sich dieser bis 1846 hin. Die Innengestaltung dauerte aber noch länger. Das Granitzer Jagdschloss wurde durch den Berliner Architekten und Baumeister Johann Gottfried Steinmeyer im Stil der norditalienischen Renaissancekastelle errichtet. Es ist mit vier Ecktürmen und einem Mittelturm versehen. In den Räumen des Schlosses sind verschiedene Ausstellungen zu besuchen.

 

Es war einst ein beliebtes Reiseziel europäischer Adliger und Prominenter; so zählten Friedrich Wilhelm IV., Christian VIII., Otto von Bismarck sowie Elizabeth von Arnim und Johann Jacob Grümbke zu den Besuchern.

 

Nach der Fertigstellung wurde das alte Jagdhaus abgerissen, dort entstand 1847 das Gasthaus „Zur Granitz“, dort wohnte auch der Granitzer Forstmeister. Das Jagdschloss war bis zum Jahr 1944 im Besitz der Familie von Putbus und stand nach der Inhaftierung von Malte von Putbus unter Verwaltung der Nationalsozialisten. Endgültig wurde es im Zuge der ostdeutschen Bodenreform enteignet und befindet sich bis heute in staatlicher Hand. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs gingen 1945 viele Einrichtungsgegenstände verloren; einiges Kunstgut wurde in das Berliner Gemäldedepot der Dienststelle für die Verwaltung sowjetischen Vermögens in Deutschland gebracht und 1953 an die Staatlichen Museen Berlin übergeben. Von 1983 bis 1990 wurde das Schloss umfassend restauriert und das Inventar im alten Stil ergänzt.

 

Bestrebungen des Enkels von Malte zu Putbus, Franz zu Putbus, den Familienbesitz zurück zu erlangen, scheiterten vor Gericht. Das Gebäude wird heute als Museum genutzt. Die Anlage wurde nochmals zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit einem Kostenaufwand von 7,9 Millionen Euro saniert (Wikipedia).